Wahrscheinlich eine Premiere

Ein „liederkranzvolles“ Konzert, wie eine Redakteurin schrieb, fand am 12. 11. 2010 statt. Unterstützt von jungen Solisten (Klavier, Querflöte, Zither, Gesang) wurden ‚Ohrwürmer‘ wie der Doris-Day-Song „Que sera“, Chorbearbeitungen von bekannten Werken (Richard Wagner bis Udo Jürgens!) und unbekannte Volkslieder aus ehemaligen deutschen Sprachinseln Osteuropas vorgestellt.

Anbei einige Erläuterungen zu ausgewählten (donauschwäbischen) Liedern:

„DIE GEDANKEN SIND FREI“

-, wurde 1780 in der Schweiz 1780 als Text in „Fliegenden Blättern gedruckt. Diese verbreiteten sich sehr rasch auch in den Nachbargebieten, die den Sammelnamen VORDERÖSTERREICH trugen (z.B. Aargau, Elsass, Freiburg mit Breisgau, Günzburg mit Provinz SCHWÄBISCH ÖSTERREICH, Ländereien und Städte am Bodensee – wie Wasserburg, Konstanz,… und VORARLBERG!).

Zur gleichen Zeit wurden – wie schon 20 und 40 Jahre zuvor – sehr viele Bewohner VORDERÖSTERREICHS dazu bewogen, sich an den (von den Türkenkriegen) entvölkerten neuen Südostgrenzen des Habsburgerreiches im Königreich Ungarn niederzulassen.

Ihre Nachfahren werden Donauschwaben genannt. Diese Kolonisten, darunter viele ehemalige Leibeigene, fuhren mit sogenannten „Ulmer Schachteln“ oder „Kehlheimer Plätten“ die Donau hinab. Manche sangen dabei: „DIE GEDANKEN SIND FREI“!

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Dieses Thema hat die Zeiten und Modeströmungen im gesamten deutschen Sprachraum überdauert.

Im Gegensatz zu den Volksliedern, die sich Konrad Scheierling (1924 Kolut/Batschka – 1992 Crailsheim/Hohenlohe), um sie vor dem Vergessen zu bewahren, nach dem 2.Weltkrieg von deutschsprachigen Heimatvertriebenen aus Ost- und Südosteuropa (meist ehem. Österreich-Ungarn) vorsingen ließ… und niederschrieb.

Diese Sammlung von Gesängen aus deutschen Sprachinseln zwischen Wien und Wolga wurde sein Lebenswerk. Sein erstes Forschungsgebiet war die „Schwäbischen Türkei“, eine Landschaft zwischen Plattensee, Donau und Drau, in der 1944 – vor der großen Katastrophe, ungefähr 200.000 Deutschsprachige lebten.

Der Liederkranz sang – wahrscheinlich als OBERÖSTERREICH-PREMIERE – Lieder in der Bearbeitung von Konrad Scheierling:

„WENN MORGENS FRÜH DIE SONN’ ERWACHT…“, und

„DIE BLÄTTER VON DER LINDE…“, aus der „Schwäbischen Türkei“

Zum Vergleich:

„ACH, WAS WIRD MEIN LIEBCHEN DENKEN…“,

Volkslied aus Hohenlohe / Region im Nordosten von Baden-Württemberg, der neuen Heimat von Konrad Scheierling. Er sammelte auch dort.

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PDF Datei Konzertprogramm

Der Liederkranz Braunau

bedankt sich für das große Interesse

über das Konzert zum 45-Jahr-Jubiläum 2010

Reaktionen: donauschwaben-ooe.at