Priesterfeier in Rom

PRIESTERFEIER IN ROM

Mons. Prof. Johann Grieser – 40 Jahre Priester

 

Am 20. November 1977 erlebte der Vatikan in Rom eine einmalige Priesterfeier:

Unser aus Kolut stammende Landsmann Monsignore Prof. Johann Grieser wurde bei seinem 40jährigen Priesterjubiläum in der Kollegskirche des hl. Hieronymus auf eine seltene Weise geehrt.

Die einmalige Feier, die Ihresgleichen kaum finden dürfte, war durch die Anwesenheit und Teilnahme der Kardinäle Franjo Šeper und Josef Schröffer, von sechs Erzbischöfen und vierzehn Bischöfen ausgezeichnet. Unter ihnen waren Erzbischof von Zagreb: Dr. Kuharić, Erzbischof von Split: Dr. Franić, Erzbischof von Belgrad: Dr. Bukatko, Heimatbischof des Jubilars: (aus Subotica) Mons. Matija Zvekanović …

In der kroatischen Nationalkirche in Rom fand die kirchliche Feier deshalb statt, weil die kroatischen Bischöfe Jugoslawiens, die in jenen Tagen zum ‚Ad-Limina-Besuch‘ in der ewigen Stadt weilten, dem Jubilar ihre tiefe Verbundenheit zeigen und ihren Dank für das großartige

Hilfswerk aussprechen wollten, das er in seiner Wahlheimat Innsbruck für sie organisiert hat. Mit Unterstützung des Bischofs Dr. Dr. Paul Rusch, des Klerus und des gläubigen Volkes von Tirol konnte der Jubilar in Jugoslawien Werke der Caritas vollbringen, die vielen Bistümern, zahlreichen Pfarreien und gar manchen Ordenshäusern im Lande zugutekamen. Kein Wunder, dass Mons. Grieser in den Herzen der kroatischen Bischöfe einen besonderen Platz einnimmt.

Die in Konzelebration gefeierte Eucharistiefeier in der Kirche des hl. Hieronymus gestalteten die Alumnen und Theologiestudenten des Germanicums und des kroatischen Kollegs S. Girolamo. Die Festpredigt hielt der Rektor des kroatischen Kollegs und Freund des Jubilars, Prälat Dr. Djuro Kokša. Vor den Augen der Anwesenden ließ er das Geheimnis dieses Priesterlebens aufleuchten, das in der gottgesegneten Ebene der Batschka seinen Anfang nahm. Der Jubilar habe das Kreuz, das ihm durch die Vertreibung zugefallen war, zum Segen gewandelt. Als Nichtkroate habe er dem kroatischen Volk Wohltaten erwiesen, die die üblichen Maße weit übertreffen. Es sei daher natürlich und angemessen, dass er diesen Dankgottesdienst mit den kroatischen Bischöfen und in deren Mitte feiere.

 Bei dem im Anschluss an den Gottesdienst stattgefundenen Empfang im kroatischen Kolleg sprach Erzbischof Dr. Frane Franić aus Split. Beim Festessen, bei dem auch der Vertreter des Innsbrucker Bischofs, Generalvikar Prälat Dr. Josef Hammerl, zu Wort kam, fand Kardinal Franjo Šeper als Sprecher des gesamten Episkopats bewegte Worte der Anerkennung und Dankes. Vor allem dankte er dem Jubilar für dessen bewunderungswerte Hilfsbereitschaft gegenüber der Kirche Kroatiens, für die er zu einem in der Geschichte einzigartigen Wohltäter geworden sei.

 –   Der Vatikansender ließ es sich natürlich  nicht  nehmen, am darauffolgenden Montag … einen längeren Bericht über diese ohne Vergleich dastehende Priesterfeier auszustrahlen.   –

 aus: ‚Gerhardsbote‘, Stuttgart, Januar 1978

 

GUTE KONTAKTE

… mit hochrangigen Persönlichkeiten Mitteleuropas

 

Johann Grieser (1913-1992) pflegte neben seiner Arbeit als Flüchtlingsseelsorger und Religionslehrer ein dichtes Netz von Beziehungen mit Würdenträgern in vielen Ländern.

Vor allem mit:

Bischof von Subotica, Titularbischof von Burca:

Matija Zvekanović (1913-1991);

Erzbischof von Belgrad, Apostolischer Administrator Jugoslavenski Banat (Diözese Zrenjanin):

Dr. Gabrijel Bukatko (1913-1981) ;

Erzbischof von Split-Makarska, Präsident von Theologischer Bischofskommission, Split:

Dr. Frane Franić (1912-2007);

Erzbischof von Gran/Esztergom und Primas von Ungarn, Kardinal:

László Lékai (1910-1986), ernannte Johann Grieser 1979 zum Ehrendomherrn von Gran;

Erzbischof von Zagreb, Kurienkardinal, Präfekt der Glaubenskongregation:

Franjo Šeper (1905-1981);

Bischof von Innsbruck-Feldkirch und Titularbischof von Lycopolis:

Dr. Dr. Paulus Rusch (1903-1986);

Bischof von Eichstätt, Kurienerzbischof, Kardinaldiakon:

Josef Schröffer (1903-1983);

Erzbischof von Kalocsa, Präsident d. Ungarischen Bischofskonferenz, Apostol. Administrator:

József Ijjas (1901-1989);

Erzbischof von Mailand, nachmalig Papst Paul VI.:

Giovanni Battista Montini (1897 – 1978) …

 

1968 verlieh Papst Paul VI. den Titel Monsignore an Johann Grieser, der die Wertschätzung der Päpste genoss und die Beziehungen in wiederholten Reisen nach Rom pflegte:

                                      

Eugenio Pacelli     (1876-1958) = Papst Pius XII.                {1939-1958}

Angelo Roncalli    (1881-1963) = Papst Johannes XXIII.    {1958-1963}     

Giovanni Montini (1897-1978) = Papst Paul VI.                {1963-1978}

Albino Luciani       (1912-1978) = Papst Johannes Paul I.       [1978}

Karol Wojtyla       (1920-2005) = Papst Johannes Paul II. {1978-2005}

 

Doch auch die Kontakte mit dem Adel, angefangen bei Otto von Habsburg (*1912), waren recht intensiv, was sich 1982 in einem persönlichen Schreiben des Kaisersohnes an „Euer Gnaden“ ausdrückt. Zum Priesterjubiläum 1962 gratulierte neben Bischof Paulus Rusch und Otto von Habsburg auch Konstantin von Bayern (1920-1969), Fürst Odescalchi und …

Nachdem die Flüchtlingsseelsorge ihre Bedeutung verloren hatte, galt das besondere     Engagement von Johann Grieser der Kirche in den kommunistischen Staaten, in Ungarn und Jugoslawien (Kroatien, Serbien, Slowenien). Von 1963 bis 1972 bettelte er unter zahlreichen Freunden und Gönnern um Spenden und finanzierte mit diesen Geldern die Ausbildung von insgesamt 31 kroatischen und ungarischen Theologen in Innsbruck und Zagreb. z.B. Brachte er im Aktenkoffer große Summen Bargeld nach Ungarn zu Kardinal Laszlo Lekai …